ART

198) L. Cornelius Lentulus. a) Name. Κορνήλιος Λ. υἱ. Λέντουλυς Dio ind. l. LV (vgl. u. zu CIA III 586); [L. Lentul]us flam(en) Mart(ialis) CIL VI 31 772; L. Lentulus flamen Martialis Münzen; L. Lentu[lus] CIL I² p. 69 Fasti min. XIII; L. Lentulus Mon. Ancyr. lat. III 29; graec. IX 7. CIL I 748. IV 2450; Lucius Lentulus Inst. Iust. II 25; Cn. Lentulus Suet. Galb. 4 (irrig); C. Lentus Cassiod. (gleichfalls unrichtig); sonst Lentulus. b) Leben. C. war der Sohn eines L. (Lentulus), vielleicht des im J. 700 = 54 erwähnten (Nr. 196), demnach wohl der Enkel des L. Lentulus Niger flamen Martialis (Nr. 234). Wie dieser bekleidete er das Priesteramt des Flamen Martialis; er fügt dasselbe in einer Inschrift aus seinem Consulate (CIL VI 31 772) und auf seinen Denaren seinem Namen hinzu. Diese Münzen zeigen auf dem Avers das Porträt des Augustus (mit der Legende Augustus), auf der Rückseite den Kaiser, ihn selbst[1] in priesterlicher Tracht, und gestützt auf den c(lipeus) v(irtutis) neben einer Statue des Divus Iulius (Babelon I 431. II 80 nr. 241. Cohen I² 121 nr. 419, vgl. Gardthausen Augustus I 975. II 589, 82). Mommsen ist der Ansicht, dass C. die Münzen als IIIvir monetalis zwischen 734 = 20 und 739 = 15 v. Chr. geprägt habe (Ztschr. f. Numism. Berl. XI 1884, 80); die Münze mag vielleicht in Zusammenhang [1373] stehen mit der Errichtung des Mars Ultor-Tempels, den Augustus im J. 20/19 v. Chr. auf dem Capitol erbaute, als er von den Parthern die römischen Feldzeichen zurückerhielt (Dio LIV 8, vgl. Gilbert Topogr. d. St. Rom III 229f. Gardthausen I 828f.). Vermöge seines Priesteramtes wird C. auch an der Gründung des Mars Ultor-Tempels auf dem Forum Augustum (752 = 2, vgl. Gardthausen I 972ff.) hervorragenden Anteil gehabt haben. Im J. 751 = 3 v. Chr. bekleidete C. den Jahresconsulat mit M. Valerius Messalla Messallinus (vgl. zu den oben angeführten Stellen noch CIL I² p. 164f.). Die beiden Consuln leiteten die Wiederherstellung eines unbekannten Baues in Rom (CIL VI 31 772, in der Area der Diocletiansthermen gefundene Inschrift). Vielleicht im J. 4 n. Chr. verwaltete C. als Proconsul Africa (dass er Proconsul war, ist zwar Inst. Iust. II 25 pr. nicht ausdrücklich gesagt, aber kaum zu bezweifeln, vgl. Pallu de Lessert Fast. d. prov. Afr. I 87f.).: Als er noch in seinem Proconsulatsjahr starb, hinterliess er ein Codicill, in welchem er den Kaiser in Form eines Fideicommisses um gewisse Leistungen ersuchte; dadurch, dass Augustus seinen Willen erfüllte, wurde die Rechtsgültigkeit von Codicillen und Fideicommissen das erstemal officiell anerkannt (Inst. Iust. a. a. O., vgl. Puchta Institution. II⁹ 477ff. und oben S. 175f.). Da die Tochter des C. seine Haupterbin gewesen zu sein scheint (Inst. a. a. O.), dürfte er keinen Sohn hinterlassen haben. In der priesterlichen Würde folgte ihm C. Iunius Silanus (als flamen Martialis in seinem Consulatsjahre 10 n. Chr. genannt, Fasti Cap. und CIL VI 1384, vgl. Borghesi Oeuvr. V 184). C. ist wohl der Λεύκιος [Κορνήλιος] Λευκίο[υ υἱὸς] Λέντλος, dem die Athener eine Statue setzten (CIA III 586).
[Groag.]
Nachträge und Berichtigungen

198) (zu S. 1372, 60)

Die Worte ,ihn selbst‘ sind zu streichen.

[Groag.]
Nachträge und Berichtigungen

198) L. C. Lentulus, cos. ord. im J. 3 v. Chr. (K) S I.
[Hans Gärtner.]

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft

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