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Barcino, bedeutende Stadt der Laeetaner[1] in Hispania Tarraconensis (Mela II 90. Plin. III 22. Ptol. II 6, 18); auf zahlreichen in Barcelona gefundenen Inschriften werden Barcinonenses genannt. Spätere Namensformen sind Barcenone Itin. Ant. 390, 5. 398, 3; Barcinona Oros. VII 43, 8; Barcilonum sedes Avien. ora marit. 520 und westgothische Münzen Heiss Monnaies visigoth. S. 44; Barcilona Oros. I 2, 104. Cosmogr. Aethici p. 102, 20 Riese; Barcelona Geogr. Rav. 303, 7, der 341, 15 Burcino hat. Die Stadt ist iberischen Ursprungs, im alten Periplus aber wird sie nicht erwähnt (Avien schob sie mit später Namensform ein); in ihrer Nähe lag vielleicht eine alte phokaeische Niederlassung Kallipolis (s. d.). Auf punischen Ursprung schloss man schon im Altertum, wegen der Ähnlichkeit des Namens mit dem der Barkiden (Auson. ep. 24, 68. 89. Oros. VII 43, 8); doch sind weder punische noch auch griechische Münzen je hier geschlagen worden. Auch römische Münzen fehlen, deren Prägung in Hispanien mit Gaius Caesar aufhört. Zwar scheint die Stadt auf Caesars Seite gestanden (daher wohl colonia immunis Dig. L 15, 8) und schon zu den augustischen Colonien gehört zu haben, nach ihren Namen Faventia Iulia Augusta Pia. Erst seit Traian ist die bis dahin unbedeutende Stadt (Mela a. a. O.) neben dem nahen Tarraco, mit dem es in enger Verbindung stand, zu hoher Blüte gelangt, wie die Reste der römischen Mauern und Thore, sowie anderer Gebäude, zahlreiche Inschriften, darunter zahlreiche Statuen eines Günstlings von Traians Feldherrn Licinius Sura und viele andere zeigen (CIL II p. 599). Die Lage an der grossen Strasse von den Pyrenaeen nach Tarraco, das die Stadt beherrschende Castell des Mont Juig, der günstige Hafen erklären das; doch hat dieser durch Versandung seine alte Stelle gewechselt. Die Fruchtbarkeit der Niederung und die Anmut der Abhänge des grossen catalanischen Gebirges, an die sie sich anlehnen, wird vielfach mit Recht gepriesen (Prudent. περὶ στεφ. IV 33. Paulin. Nolan. carm. 10, 232. Auson. ep. 21).


[Hübner.]


Anmerkungen (Wikisource)

↑ WS: lege Lacetani (Harder WklPh 1898, 540)

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft

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